Eden Weint Im Grab – Tragikomödien aus dem Mondarchiv CD Review

Hallo Leute,

heute am letzten Tag des Jahres gibt es noch etwas ganz Besonderes zum Abschluss. Nicht nur Bands möchte ich euch näherbringen, sondern von Zeit zu Zeit bewerte ich auch neu erscheinende CD’s. So habe ich schon für ein Online Radiosender ein paar CD‘s bewertet.

Nun zu meinem heutigen Review. Ich habe euch die Band „Eden Weint im Grab“ (kurz EWIG) aus Berlin bereits vorgestellt. Wer sie noch nicht kennt, kann gerne in den vergangenen Artikeln wühlen. EWIG haben am 6.Dezember, pünktlich zum Nikolaus ihr neuestes Werk „Tragikomödien aus dem Mondarchiv“ veröffentlicht. Ich habe es gleich einen Tag später erhalten und habe es seitdem mehrmals gehört.

Beginnen wir mit dem CD Cover. Ein altes Haus, wie man es aus Filmen kennt, die im alten London spielen, besetzt mit 2 Krähen, zieren die Scheibe. Düster und dunkel gestaltet, entspricht es dem Konzept von EWIG. Allerdings lässt dies nicht erahnen, um was es gehen wird. Der Titel „Tragikomödien aus dem Mondarchiv“ klingt seltsam und geheimnisvoll, so wie man es von der Bande gewöhnt ist. EWIG legten schon immer viel Wert auf mysteriöse Titel.

Auch sind sie sehr gut darin, Konzeptalben zu schreiben und Geschichten auf lyrisch hohem Niveau zu erzählen. Und so behandelt dieses Album Geschichten über Mörder der vergangenen Jahrhunderte, teilweise reale Geschichten, teilweise erfunden. Natürlich gibt es auch wieder die obligatorische einfühlsame Ballade, die den Schlusstrack bildet. So denkt man – doch tatsächlich gibt es dieses Mal noch 3 Bonustracks.

Das Interessanteste für mich heute war, rauszufinden, welche Geschichten sich an wahren Begebenheiten orientieren. Und Leute, ich bin fündig geworden. Ich möchte es euch Stück für Stück näherbringen. Am Ende des Beitrags findet ihr die Links zu den jeweiligen Geschichten in Titelreihenfolge, und ich muss sagen, dass ich teilweise echt schockiert war, über die Zeilen, die ich las.

Fangen wir mit Titel 1 an: „Der Meysterdedektiv“. Er basiert auf einer Kurzgeschichte von Edgar Allan Poe. Das hat eine Weile gedauert, bis ich fündig wurde, denn ich bin mit den Werken des Herrn Poe nicht vertraut. Titel 2: „Lazarus und die Tücken der Einsamkeit“… ich habe einen Artikel gefunden, würde aber nicht zu 100% sagen, dass er passt. Denn Text und Geschichte weichen in der Handlung, wie der Mörder zur Strecke gebracht wurde stark ab. Der Autor wäre in dem Fall ein Schwede, der einen Krimi über den Mann Lazarus geschrieben hat.

Titel 3: „Der Giftmischer (In Der Kammer des Grauens)“ basiert auf der Geschichte eines unbekannten Autors um 1856. Ein angesehener Arzt aus Staffordshire (England), ermordete all seine Verwandten und Kontrahenten mittels Gift um an Geld zu kommen, dass er vorher bei Pferdewetten verzockt hat. Titel 4: „Himmelsstürmer“ Hier habe ich eine echt gruselige Geschichte gefunden, die sich leider wirklich in Irland in den 1925 und 1961 abgespielt hat. Ich bin mir nicht sicher, ob sich dieser Songtext daran orientiert, würde aber zur Thematik passen. Der Artikel ist nichts für schwache Nerven.

Titel 5: „Der Mörder im Mond“ beschreibt einen geistig behinderten Jungen, der davon träumt Menschen zu ermorden, es aber nicht tut, weil er sich nicht traut. Stattdessen verletzt er lieber sich selbst. Ich denke, dass dieser Song fiktiv ist. Titel 6: „Michel mit dem Messer“ Dieser Titel gibt viele Hinweise darauf, dass die Geschichte echt sein könnte. 1810 in Berlin, tja und als ich suchte, fand ich nichts, was passte. Der Protagonist ist ein Taschendieb, Straßenräuber, der Spaß daran hat, andere Menschen um ihr Gold zu bringen und sie zu verletzen.

Titel 7: „Soundtrack für den Massenmord“ Hier wird über Krieg berichtet, in all seiner Grausamkeit, wie unschuldige Menschen den Soldaten zum Opfer fallen, wobei diese auch nur Mittel zum Zweck sind.  Titel 8 : „Menschenfeuer“ Die Story hinter diesem Song hat sich letztes Jahr tatsächlich an einem Samstag in New York – Brooklyn abgespielt. Ein Mann hat sich aus Protest gegen die Umweltverschmutzung auf der Welt mit Benzin übergossen und anschließend angezündet.

Titel 9: „Das Phantom von Whitechapel“ … der Name sagt es bereits. Es geht um Jack the Ripper, der damals im alten London sein Unwesen trieb und Prostituierte wie Vieh abschlachtete. Bis heute wurde der Mörder nicht zu 100% identifiziert. Titel 10: „Letztes Morgenrot“ Wir befinden uns zur Zeit der Renaissance, als sich 2 Duellanten gegenüberstehen. Derjenige, der die Waffe schneller zieht und abdrückt, gewinnt. Titel 11: „Annabel“ Es geht um einen Mann, der seine Frau über alles liebt und sie verehrt, aus Eifersucht und Angst, dass sie sich neu verlieben könnte, bringt er sie um, damit sie niemand anders haben kann.

Nun noch kurz zu den Bonustracks: „Der Achte Ozean“ eine Crew an Bord eines Geisterschiffs, von einer mythischen Kraft gelenkt, wird nach und nach auf mysteriöse Weise dezimiert. „Der Werwolf von der Bresse“, der mit Abstand längste Artikel, einer wahren Begebenheit, die sich in Frankreich zwischen 1852 und 1862 abgespielt hat. „Die Samttöterin“, eine junge Frau, die als Kind geschändet wurde, später als Prostituierte arbeitet und jeden Mann während des Liebesspiels umbringt, aus Rache für vergangenes Leid.

So kennt ihr nun den Inhalt der einzelnen Songs, jetzt möchte ich das Werk noch musikalisch bewerten. EWIG haben an Härte zugelegt. Während die letzten Alben nur ansatzweise mit metallischen Klängen versetzt waren, ist dieses Album exzellent auf musikalischer höchster metallischer Ebene ihrer Musikgeschichte. Ich bin begeystert. Sie haben es geschafft, jeder Geschichte Atmosphäre und Leben einzuhauchen. Teilweise bekommt man echt Gänsehaut, wenn man sich mit der Wortgewandtheit und Lyrik von Sasha auseinandersetzt. Auch in diesem Album merkt man wiederholt das Facettenreichtum seiner Stimme. Violine und Kontrabass spielen im Einklang miteinander, erzeugen diese schaurig schöne Romantik, von der ich schon schwärmte. Alles in allem bewerte ich dieses Album als sehr gelungen. Ich hoffe, dass uns noch mehr solcher Werke in den nächsten Jahren, um die Ohren fliegen werden. Danke EWIG für dieses tolle Album! Macht weiter so!

Link zum Titel: „Meysterdedektiv“

Link zum Titel : Lazarus und die Tücken der Einsamkeit“

Link zum Titel „Der Giftmischer“

Link zum Titel „Himmelsstürmer“

Link zum Titel „Menschenfeuer“

Link zum Titel „Phantom von Whitechapel“

Link zum Titel „Der Werwolf von der Bresse“

Rechte & Urheberrechte der Bilder liegen bei Eden weint im Grab

One Response to “Eden Weint Im Grab – Tragikomödien aus dem Mondarchiv CD Review”

Author's gravatar

Sehr schön geschrieben!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.