Missis Beiträge: Rockharz Open Air 2019 (Event)

19.08.2019

Hallo Leute,

Hier der Bericht zum Rockharz Open Air 3.-6.7.2019

Das Rockharz Open Air auf dem Flugplatz in Ballenstedt. Zum 26.Mal fand es statt. Zum 4.Mal waren wir als Verein anwesend.
Ein ausverkauftes Festival, laute Musik, viele Liter Bier und eine familiäre Gemeinschaft… all das zeichnet das Rockharz Festival aus. Das sind Gründe, weshalb wir auch immer wieder gern dorthin fahren. Mittlerweile kennt man uns sogar schon. Durch ein Gerüst mit einem riesigen Banner „Flam*ngos of Doom“ werden die Leute immer wieder auf uns aufmerksam. Jedes Jahr lernen wir neue Leute kennen und ab und zu treten Sie sogar unserem Verein bei.

Nun. Das Rockharz hat eine schöne Lage, mitten im Harz auf den Feldern, zwischen Aschersleben und Quedlinburg, liegt Ballenstedt. Auf dem Flugplatzgelände wird jedes Jahr das Open Air aufgezogen. Bis zu 20.000 Leute finden jedes Jahr den Weg hier her und campen unter freiem Himmel. Es gibt sogar eine Sehenswürdigkeit, die unter uns Besuchern bekannte „Teufelsmauer“. Eigentlich ist die originale Sehenswürdigkeit in Blankenburg zu finden. Bei uns ist es ein Aussichtspunkt. Ein Stück Mauer mit einem riesigem Kirchenkreuz darauf. Fast jeder Besucher findet den Weg einmal in der Woche da hoch. Es ist gar nicht so einfach, denn man muss einen sehr steilen Aufstieg erklimmen. Ist man oben, hat man einen sehr faszinierenden Überblick über das ganze Gelände. Vor allem nachts hat es einen romantischen Charme.

Zum Festival selbst: Jedes Jahr gibt es hin und wieder Probleme bei der Einweisung auf den Parkplatz, die Beschwerden der Gäste häufen sich. Das Problem ist, das ca. 80% der Festivalbesucher schon Dienstag anreist und sich oft so verteilen, dass für die restlichen 20% kaum noch Platz zum Campen ist. Es wird immer darauf hingewiesen, in Kolonnen anzureisen, oder Zelte der anderen Teilnehmer, die nicht dienstags anreisen können, schon mitzunehmen. So machen wir das auch, und wir können es euch nur ans Herz legen, dies auch zu tun. Die Security lässt mit sich reden, wenn man offen und freundlich auf sie zugeht. Durch die gute Kommunikation hatten wir wenig Schwierigkeiten bei der Anreise. Durch das bewusstere und kontrollierte Einweisen dieses Jahr, entstanden viel bessere Zufahrtswege für alle Beteiligten. Der Platz wurde besser ausgenutzt. Die Mittwochanreise war dafür dann eine größere Katastrophe. Während man Dienstag die Autos nicht kontrollierte, tat man es am Mittwoch umso intensiver, dadurch staute es sich wieder stundenlang. Daher gibt es von uns nur einen halben Daumen, da man auf der einen Seite versucht hat, das Chaos am Dienstag gut zu verteilen, aber Mittwoch dann gleich wieder versagt hat.

Festivalgelände / Essenmeile / Merchandisemeile / Dixies / Duschen
Positiv zu sagen ist, dass man die Wünsche der Gäste erhört und umsetzt. So zum Beispiel mehr überdachte Sitzgelegenheiten als Schutz gegen die Sonne und (endlich!) eine Absperrung vor dem Merchandisestand, damit die Leute nacheinander Festival- und Bandmerch erwerben können. Um das Ganze noch etwas zu beschleunigen, hat man zu Anfang gleich eine Art Bestellliste raus gegeben an die Wartenden, sodass sie sich in Ruhe die Shirts mit Preisen schon einmal ansehen konnten. Das haben wir auch genutzt und dafür gibt es einen dicken Daumen hoch!

Die Essenmeile ist beständig seit Jahren mit einem sehr abwechslungsreichen Angebot aus veganen, vegetarischen und Fleisch- / Fischgerichten. Für jeden Geschmack ist etwas dabei. Sogar an die Naschkatzen ist gedacht. Es gibt Wassereis und Softeis mit leckerem Überzug, den man sich individuell zusammenstellen kann. Probiert es mal aus.

Die Preise sind sehr unterschiedlich von Stand zu Stand, mal etwas zu teuer, mal angemessen in meinen Augen. Es ist schwer darüber zu urteilen. Macht euch selbst ein Bild davon. Im Gesamten gibt es aber einen Daumen hoch, aufgrund des Angebotes. Da kann nicht jedes Festival mithalten!

Das Festivalgelände an sich ist sehr geordnet in viele Bereiche aufgeteilt. Man hat dieses Jahr sogar noch mehr Platz geschaffen, indem man die Merchandisemeile ausgedehnt hat nach hinten. Das fand ich sehr gut, denn so konnte man in Ruhe schauen und wurde nicht von Stand zu Stand geschoben. Neben dem Bühnenbereich wurde wieder das Autogrammstundenzelt eingerichtet. Ich finde, es hat einen sehr guten Standort, denn so kommen sich Anstehende mit Bühnenzuschauern nicht in die Quere. Direkt nebenan ist auch die Tribüne für Menschen mit Behinderungen, die von da oben aus einen sehr guten Blick zu beiden Bühnen haben. Die Aufteilung des Geländes bekommt einen Daumen hoch.

Die Dixies. Die öffentlichen Dixies werden jeden Tag mehrmals abgepumpt. Die privaten Dixies, die man sich für das Camp buchen kann, werden nach Wunsch gegen eine Gebühr von 10€ abgesaugt. Es wird super angenommen von den Festivalbesuchern. Daumen hoch.

Die Duschkabinen sind soweit in Ordnung. Hygienisch rein würde ich jetzt nicht 100% behaupten, aber man kann mit Badelatschen oder Flipflops getrost duschen gehen, ohne sich dabei Infektionen zu holen. Auf jeden Fall sind für 3,50€ pro Duschen (solange wie man möchte) nicht zu viel verlangt. Daumen hoch.

Meine persönlichen Eindrücke zu den Bands

Tja zu den Bands kann ich nur bedingt etwas erzählen, denn zugegebermaßen habe ich nur 8 Bands gesehen, zu denen kann ich mich aber äußern.
Mein Start war mit J.B.O. Ich habe die noch nie vorher gesehen gehabt, fand die immer ganz cool und wollte zu Konzerten, nun kam ich in den Genuss und muss sagen, dass sie Stimmung machen und Partylaune verbreiten. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht.

The Unguided eröffneten mir den Donnerstag. Gegen frühen Nachmittag begeisterten die jungen Schweden mit Metalcore die Masse und stachen somit etwas heraus, zwischen den üblichen Bands. Ich habe sie erst ein paar Wochen vor dem Rockharz entdeckt und war sofort davon angetan. The Unguided sind ein Teil der früheren Band „Sonic Syndicate“, die ich auch schon sehr mochte. Sie spielten sogar einen Song von damals, „Denied“ war das gute Stück. Für mich war es eine rundum gelungener Auftritt.

Am frühen Abend kamen Lordi auf die Bühne. Eine Band, die mein Leben verändert hat. Ohne sie wäre ich heute kein Metalhead. Als ich sie 2006 entdeckte, war das das Beste, was mir passieren konnte. Lordi wurde durch den Eurovision Song Contest bekannt und prädigten zu der Zeit den Rock’n’Roll… Leider ist es heutzutage nicht mehr so, es hat sich in die Poprichtung entwickelt, was ich sehr schade finde. Dennoch schaue ich sie mir live an, denn sie bieten immer eine ordentliche Show zu kleinem Geld (besonders auf Tour).

Cradle of Filth sind eine besonders nervenzerreißende Band, die mal schnell mächtig aufs Ohr und die Nerven gehen kann, da Dani Filths Stimme sehr besonders ist. Vom Kreischen, bis tiefen Singen beherrscht er alle Stimmlagen dazwischen, diese machen es einem nicht leicht, zuzuhören. Dennoch finde ich, sollte man als begeisterter Black Metal Fan dabei sein, wenn der „Ghost in the Fog“ (mein Lieblingssong) am düsteren Himmel erklingt.

Amon Amarth, die schwedische Viking Metal Band, die alles in den Schatten stellt, war der Donnerstag Headliner. Ein paar wenige von uns standen in der ersten Reihe und bekamen die Unmengen an Crowdsurfer ab… Das war richtig ärgerlich, denn die Menschen um uns herum, versuchten das Ganze einzudämmen, indem sie die Crowdsurfer wieder nach hinten stießen. Das gelang nicht, dadurch brachen wir ab und schauten das Konzert aus der Ferne. Egal wo man steht, Amon Amarth schaffen es jeden zu begeistern, ob auf Festival oder größeren Hallen. Sie sind ein Muss für jeden.

Warkings sind eine noch relative junge Band auf dem Markt. Ihre Kostümierung ist spartanisch/römisch. Sie überzeugen mit geladenem (in meinen Ohren Power-) Metal, der über vergangene Römer und Gladiatorenzeiten erzählt. Der Sänger hat eine sehr herausstechende Stimme und Vermutungen liegen nahe, dass es sich um den Serenity Sänger aus Österreich handelt. Leider ist darüber noch nichts bekannt. Wer sich selbst überzeugen möchte, kann im Herbst an der Tour durch Deutschland teilnehmen. Ich für meine Verhältnisse fand sie großartig und der Sound war eine Ohrbombe.

Dimmu Borgir, übersetzt „Dunkle Burgen“, bringen uns düsteren, melodischen Black Metal aus Norwegen , Freitagnacht mit. Ich bin seit Jahren Fan der Band und hatte mich sehr über ihre Zusage beim ROA gefreut, denn es war ein persönlicher Traum, der mit Sehen dieses Auftrittes für mich in Erfüllung ging. Und ich war wirklich über das Set überrascht, denn man spielte aus 26 Jahre Bandgeschichte und 9 erfolgreichen Alben, einfach mal 2-3 Songs aus jeder Zeitepoche. Meine Highlights dabei waren „The Serpentine Offering“, „Progenies of the Great Apocalypse“ und „Mourning Palace“. Leider muss man dazu sagen, das auch Dimmu verschiedene Emotionen, ähnlich wie Cradle of Filth, auslösen können und es nicht für jeden etwas ist, wenn man in tiefen Tonlagen beschallt wird. Daher überzeugt euch selbst.

Mono Inc. Sind eine Hamburger Symphonic Metalband, die man auch gut und gerne in die Gothic Schiene stecken kann. Sie überzeugen immer wieder durch ihre Songs, die Zusammenhalt vermitteln sollen, wie in „Children of the Dark“ zum Beispiel. Oder sie singen über Krieg und Zerstörung „After The War“, also sowohl ernste als gefühlsintensive Texte zeichnen die Band aus. Sie begeistern die Massen mit ihrer Ausstrahlung und als Bonus haben sie sogar eine Schlagzeugerin, die sich für jeden Auftritt in ein Korsett quält. Respekt an die Frau, die dann mit eingeschränkter Atmung noch Schlagzeug spielen und singen kann! Mono Inc. Machen Spaß und ich kann sie nur wärmstens empfehlen.

Von den paar Bands, die ich sah, kann ich sagen, dass Sie mir alle gefallen haben. Die restliche Zeit habe ich in unserem durchgeknallten Camp verbracht oder war unterwegs. Das Rockharz bedeutet für mich und viele andere jedes Jahr Urlaub. Man kann die Seele baumeln lassen und den Alltag vergessen.

Wer uns als Verein näher kennenlernen möchte, kann das 2020 tun. Wir haben uns vorgenommen, auf den Rock&Metal Dayz in Oschersleben, beim Metalfrenzy in Gardelegen (bei Magdeburg) und auf dem Rockharz Open Air in Ballenstedt, wieder dabei zu sein.

Cheers,
eure Flamongos.

9/10 Punkte
Text: Melissa

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